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Essensausgabe

3. November 2020 by Gerd Normann

Ich habe jetzt noch einen kurzen Nachtrag zu meinem letzten Beitrag „die Spasspolitiker!“ Wieviel unsere Politiker von Spaß verstehen wird überdeutlich, wenn sie mal versuchen einen zu machen. Der geht nämlich meistens desaströs in die Hose. Als Beispiel sei nur Kramp-Karrenbauers Karnevalsauftritt genannt, aber die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Meistens latschen sie irgendwo ins Fettnäpfchen und der mediale Aufschrei lässt sie dann behaupten, das sei nur ein Spaß gewesen. Die etwa 900 Berater, die für die Bundesregierung tätig sind und Unsummen verschlingen, versuchen vermutlich tagtäglich ihnen den Unterschied zwischen Fettnäpfchen und Spaß zu erläutern. Der Einzige, der das offenbar verstanden hat, ist Gregor Gysi, aber der benötigt für eine humorige Bemerkung keinen Berater. Die anderen fabulieren weiter dröge vor sich hin. Bei Fußballern wird immer bedauert, dass es keine Straßenfußballer mehr gibt, die wirklich noch das Bolzen gelernt haben. Bei den heutigen Politikern sieht es so aus, als hätten sie das Reden nicht auf der Straße, sondern in Rhetorikseminaren gelernt.

Ach so, bevor ich es vergesse, hier ein Tip für den erfolgreichen Klopapierkauf. Zu Beginn des ersten Lockdowns hatte ich zufällig noch Klopapier im Haus und dann mehrere Wochen Zeit in den unterschiedlichsten Medien Vermutungen über die Motivation der Klopapierhamsterer zu lesen. Für mich war nichts dabei. Sich den Arsch nicht abwischen zu können, scheint eine deutsche Urangst zu sein. Und auf die Idee Waschlappen, Teppiche oder … na ja, es gäbe schon Ausweichmöglichkeiten, da kommt natürlich beim heutigen Desinfektionswahn keiner drauf. Gegen Ende des Lockdowns musste ich unseren Haushalt dann aber auch mit schönem, neuem und weichem Toilettenpapier ausstatten. Natürlich waren zu dem Zeitpunkt alle Regale leergefegt. Aber ich kenne meine mit Vorurteilen beladenen Deutschen und bin sofort dahin gegangen, wo es jede Menge Klopier gab. Zum Asiaten um die Ecke. Da würde der Deutsche nie Klopier kaufen, denn der Asiate hat das Virus. Logisch. Und sein Klopapier auch. Also, wenn ihr Klopapier braucht … beim Asiaten kriegt ihr was. Auch beim zweiten Lockdown. Denn der Deutsche braucht immer zwei Generationen bis sich ein kluger Gedanke mal durchsetzt. Ich meine den Waschlappen.  

Heute Morgen musste ich im Radio hören, wie die Moderatorin jemanden fragte, wie das denn jetzt mit der Maskenpflicht beim Fahrradfahren aussieht? Ich hab dann weggehört und mich gefragt: und beim Fallschirmspringen oder beim Tauchen? Zwei Stunden später hörte ich auf einem anderen Sender, dass man jetzt auch zu Hause nicht mehr miteinander reden soll, weil durch das Reden Aerosole verteilt werden. Bei manchen Ehepaaren ist das Schweigen ja der Normalzustand. Wenn der Partner dann plötzlich beginnt, beredsame Konversation zu treiben, könnte das durchaus den Tatbestand der vorsätzlichen Körperverletzung erfüllen. Da wird der Ausdruck „der kann einen totquatschen“ plötzlich zum bitteren Ernst. Corona machts möglich. Was ist eigentlich mit Furzen? Ich bin mir nicht sicher, ob meine Fürze nicht auch aerosolbelastet sind. Reicht mein Slip als Maske oder soll ich sicherheitshalber noch eine FFP2-Maske drüberziehen? Hab heute auch ein Plakat von und mit Borat gesehen, der die Maske über sein Fortpflanzungsorgan gestülpt hatte. Auch eine nette Idee, um Aufmerksamkeit zu erregen. Und ich wundere mich, dass sich noch keine Virologen zu Wort gemeldet haben und Statistiken in die Kameras halten, die beweisen sollen, dass sich durch Entharnung oder Ejakulation noch niemand angesteckt hat. Eine verrückte Welt. Wieso hab ich diesen Blogbeitrag eigentlich „Essensausgabe“ genannt? Ach, ich wollte wahrscheinlich darüber schreiben, dass man in Kantinen auch vorsichtig sein und eigenes Klopapier mitbringen sollte. Denn das Kantinenklopier könnte vom Asiaten sein. Und wenns dann auch noch Reis gibt, dann gute Nacht.  


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