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Erstaunte Menschen

16. November 2020 by Gerd Normann

Joachim Löw war erstaunt. Seine Mannschaft hatte am Samstag gegen die Ukraine Fußball gespielt, obwohl 25 Stunden vorher 4 Spieler der gegnerischen Mannschaft positiv auf Corona getestet worden waren. Man hatte die restlichen Spieler sofort nochmal getestet und alle waren negativ. Was für eine Erleichterung, die vier betroffenen Spieler kamen in Quarantäne und das Fußballspiel fand statt. Im Durchschnitt beträgt die Inkubationszeit bei Corona 5-6 Tage. So, für alle Schwachrechner … 25 Stunden vor Samstag ist Freitag … oder Donnerstag … wenn man eben Samstagmorgen um 0 Uhr 55 den Coronatest durchführt. Also rechnen wir großzügig … von Donnerstag auf Freitag ist = 1 Tag … von Freitag auf Samstag ist auch = 1 Tag. Ergebnis: 1 Tag + 1 Tag = 2 Tage. Jetzt aber … Inkubationszeit durchschnittlich = 5-6 Tage. Durchschnittlich heißt: im günstigsten Fall beträgt die Inkubationszeit evtl. etwa und möglicherweise = 1 Tag. Und dieser günstige Fall findet bei Ukrainern immer Anwendung, weil Ukrainer aufgrund ihrer ukrainischen Konstitution seit jeher nur einen ukrainischen Tag Inkubationszeit haben. Das hat sich bei denen so eingependelt. Gut … jetzt, am Montag, also 2 Tage nach dem Spiel, werden erneut 3 Spieler der Ukraine positiv auf Corona getestet. Und was passiert … Joachim Löw zeigt sich erstaunt. Die Ärzte hatten doch grünes Licht gegeben. Also die DFB-Ärzte, die UEFA-Ärzte und die Fernsehärzte … und die Ärzte der Banken und die von VW. VW? Da war doch was. Ach so, die waren sowieso gut im Runterrechnen.

Da fragt man sich doch … wie unterbelichtet ist der Löw eigentlich? Mal schauen wie erstaunt er ist, wenn sich herausstellen sollte, dass in 5-6 Tagen auch Spieler seiner Mannschaft positiv getestet werden. Wahrscheinlich wird er behaupten, dass diese Spieler sich mit der ukrainischen Inkubationszeit angesteckt haben und sich mit Corona dann erst am Sonntag zu Hause bei den Kindern.

Die Nationalmannschaft ist sehr stolz darauf eine Vorbildfunktion zu erfüllen. „Gib Rassismus keine Chance“, „Trink Krombacher und du bist wacher!“ und „Fahr VW, dann tuts im Geldbeutel sehr weh!“

Wenn man diese Aktion auch unter dem Vorbildaspekt betrachtet, dürfte es eigentlich kein Problem sein, sich jubelnd in den Armen zu liegen, sich schwitzend anzuschreien oder auch mal den Arsch des ein oder anderen zu küssen. Die einzige Konsequenz aus diesem Treiben, dürfte dann sein, Joachim Löw ist erstaunt.

Wie unterbelichtet muss mein eig … ne, nochmal … wie erstaunt muss man eigentlich sein, um bei einem so sensiblen Thema ein so schlechtes Beispiel abzugeben. Wenn es um die Fernsehgelder geht, nimmt man es mit der Vorbildfunktion nicht so genau und die Spieler halten ja sowieso die Schnauze, die werden fürs erstaunt sein schließlich sehr gut bezahlt. Und Oliver Bierhoff wundert sich, dass die Akzeptanz der Nationalmannschaft in der Bevölkerung stark nachgelassen hat. Nein, er wundert sich natürlich nicht, er ist einfach nur erstaunt. Und auch ich komme so langsam aus dem Staunen nicht mehr raus.

Es handelt sich aber auch um ein Paradebeispiel. Ein Paradebeispiel für das unterschiedliche Maß, dass angelegt wird, wenn es um die Bewertung der Gefährlichkeit von Corona geht. Ich bin mal gespannt, was noch alles so Erstaunliches passiert.  


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